Die Diskussion um die verfassungsfeindlichen Äußerungen von
Ministerpräsident Daniel Günther zur Presse- und Meinungsfreiheit brodelt
weiter vor sich hin. Und das ist gut so.
Das von Günther schwer diffamierte Medium hat eine Unterlassungserklärung
von dem Land Schleswig-Holstein verlangt, daß Günther die Äußerungen als
Ministerpräsident getätigt hat – er hatte (dummerweise) in der Lanz-Sendung
explizit gesagt, daß er in dieser Rolle zu Gast sei – und nicht, wie
nachher behauptet, als Privatperson. Die Erklärung wurde nicht abgegeben.
Der bekannte, Nius vertretende Medienanwalt Joachim Steinhöfel hat jetzt
angekündigt, das Bundesland zu verklagen. In ähnlich gelagerten Fällen hat
er schon mehrfach gewonnen, war aber dennoch etwas vorsichtig, da man heute
nicht mehr wisse, wie Gerichte auch bei ziemlich eindeutigen Fällen
entscheiden würden.
Hier gibt es ein
langes Interview von Marc Friedrich mit ihm. Auch Nius-Chef Julian
Reichelt teilt in seinem Format
»Achtung
Reichelt!« mit dem Schlachtruf »Kämpfen!« mal wieder kräftig gegen
Günther und dem zensurfreudigen Staat aus.
Markus Lanz nimmt mittlerweile in der Angelegenheit auch eine üble Rolle
ein. In seiner letzten (gestrigen?) Sendung hatte er ein paar Politiker
eingeladen, unter anderen auch Beatrix von Storch, die natürlich das Thema
ansprach. Lanz bestritt die Deutung von Storch, Nius, Bild und vielen
anderen (auch linken Medien und Journalistenverbänden) und gab als treues
Staatsfernsehen Günther Rückendeckung. Er war auch darauf vorbereitet und
zeigte geschickt gewählte Ausschnitte. Von Storch war dann leider doch
etwas unvorbereitet und kam in die Defensive. Kritiker der Sendung fanden
aber Lanz' Aktion mindestens so manipulativ und falsch, wie Günther die
Arbeit von Nius & Co. beschimpfte. Medial am Ende doch ein Eigentor für
Lanz.
Der Zensurkomplex
Unabhängig von Günthers Äußerungen gibt es schon lange Bestrebungen,
unliebsame Meinungen zu unterdrücken, unter verschiedensten Vorwänden. Ich
denke, den Startschuß kann man wirklich Ursula von der Leyen zuordnen, die
unter dem Vorwand der Kinderpornographie Netzsperren einführen wollte.
Weiter ging es dann mit dem Justizminister Heiko Maas (SPD), dem wir das
»Netzwerkdurchsetzungsgesetz« (NetzDG) zu verdanken haben. Mit dem Aufstieg
der AfD und der Kritik an der von Merkel gezündeten Massenimmigration kamen
dann immer weitere Maßnahmen unter dem Vorwand »Haß und Hetze« hinzu.
Gerade diese Tage geht ein Bericht einer
australischen
Bürgerrechtsinitiative namens »liber-net« durch das Netz. Sie hat die
Zensur-Mechanismen in Deutschland durchleuchtet und
auf 72 erschreckenden Seiten dargelegt, welche Strukturen
mittlerweile in Deutschland bestehen, die versuchen, die Meinungsfreiheit
einzuschränken. Insgesamt seien mehr als 300 Organisationen daran
beteiligt, von Bundesministerien und EU über Forschungsgesellschaften,
Stiftungen, NGOs, Think Tanks, Unternehmen, Medien bis zu selbsterklärten
»Faktenprüfern«.
SPD will die Wirtschaft retten – durch noch mehr
Migration! Sind die irre? Wer wählt noch so etwas? Da fehlt es an
Grundkenntnissen der freien Marktwirtschaft. Und zum Sozialstaat sagen
sie, daß Deutschland nicht über seine Verhältnisse lebe, sondern noch
unter seinen Möglichkeiten bleibe! Völliger
Realitätsverlust!
Junge Freiheit: Ministerpräsident Günther fordert bei Markus Lanz Zensur für Presse und
Bürger, Social Media-Verbot für Jugendliche. Früher™ wären solche
verfassungsfeindliche Äußerungen Grund für einen Rücktritt gewesen, heute
ist es Bestandteil »unserer Demokratie«. Das sollte uns zu denken geben, wo
wir mittlerweile gelandet sind. (siehe auch Apollo News und Nius, Nachtrag: Kommentare bei Apollo News und Nius)
Nachtrag 2: Die Autorin des Kommentars bei Tichys Einblick sieht Günther mit seiner Meinung zur
Zensur und Überwachung nicht als Außenseiter in seiner Partei, sondern
meint, daß nur kundtäte, was die Parteiführung mehrheitlich will. Nun gut,
mit vdL liegt er auf jeden Fall auf der gleichen Linie!
Nachtrag 3: Nachdem Nius auch direkt von Günther angesprochen
wurde, ist es natürlich obligatorisch, daß
Julian Reichelt ihn
(auch) zum Thema seiner Sendung macht. Wieder einmal sehr
sehenswert! Eine Ohrfeige rings herum!
Nachtrag 4: Junge Freiheit berichtet von öffentlicher Kritik an den Äußerungen.
Die üblichen »Verdächtigen« plus ein paar weitere. Die Parteioberen der CDU
äußern sich aber nicht. Das kann man interpretieren, wie man will.
Nachtrag 5: Langsam kommt das Thema auch bei den
»Mainstream«-Medien an, zum Beispiel bei der Welt, beim Focus oder in der Bild.
Nachtrag 6: Noch ein
Video-Statement vom
Verfassungsrechtler Prof. Volker Boehme-Neßler zu der Causa. Zweifach
verfassungswidrig!
Nachtrag 7: Jetzt kommen schon Rücktrittsforderungen! Und
zwar von der Bild! Übrigens hat Nius beziehungsweise ihr
Hausanwalt für solche Angelegenheiten angekündigt, gegen Günther wegen
seiner Aussagen zu Nius zu klagen. Zudem legt die Autorin des obigen
Tichy-Artikels noch einmal nach mit der These, daß CDU und CSU einen Überwachungsstaat errichten wollen. Tichy hat
auch noch Artikel von anderen Autoren zu dem Thema, die ich aber hier nicht
im Detail aufzählen will.
So, der letzte Tichy-Artikel für heute. Tatsächlich hatte ich die letzten
Tage keine Zeit zum Bloggen und mir ein paar Artikel gemerkt. Daß das
mehrheitlich Tichy-Artikel waren, ist mir erst jetzt aufgefallen und war
keine Absicht.
Ich hatte in meinem kleinen Jahresrückblick schon von der Möglichkeit
bürgerkriegsähnlicher Situationen spekuliert im Falle einer
Regierungsbeteiligung der AfD oder gar alleinige Regierungsübernahme in
ostdeutschen Bundesländern. Wie es sich jetzt herausstellt, ist diese
Vermutung weit weniger hergeholt als ich selber dachte. Auf der
linksradikalen Plattform Indimedia werden laut Tichys Einblick Anleitungen für Zeitzünder und Brandanschläge
veröffentlicht. Ziel sei es, Terrornetzwerke aufzubauen. Vielleicht wurden
die Veröffentlichungen durch den jüngsten Terroranschlag auf die
Energieinfrastruktur in Berlin inspiriert. Auch wenn offensichtlich selbst
Linke von diesem Anschlag und dem peinlichen, abstrusen, ja, geisteskranken
Bekennerschreiben angeekelt sind und sich distanzieren, indem sie wildeste
Verschwörungstheorien in die Welt setzen, heißt das nicht, daß es nicht
noch genügend verstrahlte Antifanten gibt, die das feiern und sich das um
Vorbild nehmen.
Nachtrag: Siehe auch Apollo News.
Noch ein interessanter Artikel bei Tichys Einblick: Wie schon
berichtet, will die EU durch den »Digital Services Act« (DSA) und durch
das »Transparency and Targeting of Political Advertising« (TTPA)
kritische Stimmen aus der Bevölkerung und Presse mundtot machen.
Gleichzeitig erklärt dieser Artikel, wie die EU NGOs und systemkonforme Presse mit
Milliardenbeträgen fördern will – natürlich nur zu unserem Wohle – oder
korrekter: ihrem eigenen Wohle und zur Verbreitung der eigenen
Narrative.
Tichys Einblick hat einen Hintergrundartikel veröffentlicht, der beschreibt, was an der
Reparatur der durch den Terroranschlag zerstörten Leitungen so
kompliziert ist.
Es ist ja nichts neues, daß die EU unter verschiedenen Vorwänden, ob
Jugendschutz, Kampf gegen Kinderpornographie, Haß und Hetze, gegen
»Desinformation« und ähnliches bestrebt ist, die Meinungsfreiheit
einzuschränken. Ein Teil davon ist neben dem Digital Services Act die
Verordnung namens »Transparency and Targeting of Political
Advertising«.
Dieses muß nun von der Bundesregierung in nationale Gesetze umgesetzt
werden, und der aktuelle Referenten-Entwurf scheint nun die Möglichkeiten bis ins
Letzte auszureizen. Schlimmer noch: Nach Meinung der von Nius
konsultierten Juristen überreizt er es. Sie sind der Meinung, daß hier die
Verfassung eklatant gebrochen wird, speziell die Meinungs- und
Pressefreiheit. So sollen Verlage auf Verdacht und ohne richterliche
Beschlüsse durchsucht und Material beschlagnahmt werden dürfen. Die
Nius-Autorin sieht damit auch den Quellenschutz in Gefahr.
Nach Nius berichten nun auch die Junge Freiheit, Apollo News und Tichys Einblick.
Er kann es nicht! Merz schreibt einen verzweifelten Brief an die
Abgeordneten der Regierungsparteien. Die Erkenntnis eines dramatisch
abstürzenden Deutschlands ist wohl endlich da, aber Merz fällt nicht mehr
ein als ein stoisch-sozialistisches »weiter so!« Ich hoffe, der ganze
Brief wird noch öffentlich.